Pressestimmen

Frankfurter Rundschau Online. Von Daniel Kothenschulte.
Der Van Gogh des Techno
„Ein wenig erinnert der Musiker bei seiner erzwungenen Auszeit an den malenden Van Gogh in der Irrenanstalt von Saint-Remy. Doch auch wenn DJ Ickarus Sonnenblumen malen würde, fände seine Ärztin diese wohl bedrohlich. Einen Van Gogh zu analysieren, ist nicht schwer: Selbstmordgefahr ist die Diagnose. So geht die Auszeit weiter, die Lebensgefährtin zieht zur lesbischen Freundin. Alle lassen ihn fallen, auch die Plattenfirma. Nur das Finanzamt nicht; das will 25 000 Euro.

Bei Musik, das ist nichts Neues, scheiden sich die Geister. Wie viel Gefühl in Techno stecken kann, das überrascht nicht nur die von Corinna Harfouch gespielte Ärztin. Hannes Stöhrs "Berlin Calling" ist ein klassisches Musikerdrama, wie es sie immer wieder in der Filmgeschichte gegeben hat seit dem "Jazz Singer", dem allerersten Tonfilm. Und doch ist dieses anders als die anderen.

Sicher, es ist dieselbe alte Geschichte eines Getriebenen, der jeden Halt verliert außer jener inneren, unkorrumpierbaren Stimme, die sich in Tönen ausdrückt. Doch es ist einmal nicht der Jazz wie im "Mann mit dem Goldenen Arm" oder die pianistische Improvisation wie in "Vier Minuten". Es ist eine Musikrichtung, von der auch jeder Laie zu wissen glaubt, dass sie vor allem aus Samplings besteht, also aus etwas, das es schon gibt.

Paul Kalkbrenners wunderbarer Soundtrack spricht eine andere Sprache. Vielleicht ist es der sentimentalste Techno aller Zeiten, aber er liefert dem Film eine nuancierte emotionale Struktur. Und Kalkbrenners zurückgenommenes Schauspiel ist dem ebenbürtig. Aber auch Rita Lenyel als Freundin Mathilde ist nicht zu übersehen. Sie ist ebenso glaubhaft in ihrem Zustand konservierter Mädchenhaftigkeit.“

„Andreas Doub liefert mit seiner Kameraarbeit satte Farben, ungewohnt für eine Krankengeschichte, aber er hätte Van Goghs Segen. Und wie der Spätimpressionist hat er keine Scheu vor einem Sonnenaufgang. Das muss man sich trauen.

"Berlin Calling" ist ein Film, bei dem man sich fragt, warum ihn nicht schon vor zehn Jahren jemand gedreht hat. Und dann ist man doch froh, dass es niemand tat. Denn besser wäre es wohl nicht geworden.“

Von Martin Schwarz, Zitty Berlin
„Hannes Stöhr ist im besten Sinne des Wortes ein Geschichtenerzähler. Einer, für den eine spannende Erzählung an erster Stelle steht. Das, was der Filmemacher womöglich zu sagen hat, kommt dann angenehm unterschwellig daher. Nach seinem Ausflug in deutsch-deutsche Befindlichkeiten in „Berlin is in Germany“ und dem kontinentweiten Episodenfilm „One Day in Europe“ taucht er nun fachkundig in die hiesige Clubszene ein. „

„Und da wird Authentizität groß geschrieben. Die verdankt der Film nicht nur den stimmigen Handlungsorten – gedreht wurde in original Clubs und einem echten Krankenhaus mit orangefarbenen Mülleimern –, sondern auch seiner hervorragenden Besetzung, allen voran Paul Kalkbrenner als Ickarus. Der Techno-Star spielt die Hauptrolle mit einer erstaunlichen Intensität. Neben ihm glänzen Rita Lengyel als Mathilde, Corinna Harfouch als Ärztin und Araba Walton als Türsteherin Corinna. Und so ganz nebenbei flicht Stöhr diverse Themen ein, vom Generationenkonflikt der Raver mit den 68ern bis zur Suche nach Spiritualität. Schön auch die Szenerie in der Klinik mit den anderen Patienten, die deutlich an „Einer flog übers Kuckucksnest“ erinnert. Und die Musik? Die ist weit weg vom Tekkno-Bumm-Bumm-Klischee und groovt angenehm.“

Von Laura Ewert. Tip. Berlin
„Feines Porträt eines Technomusikers, gedreht an Original-Schauplätzen der Clubszene von Berlin. Drogen, Liebe, Wahnsinn - alles ist drin in dem dritten Film von Regisseur Hannes Stöhr ("Berlin is in Germany", "One Day in Europe"). Technomusiker Paul Kalkbrenner, der hier neben Filmgrößen wie Corinna Harfouch sein Schauspieldebüt gibt, spielt den Musiker Ickarus, der zwischen Albumproduktion und geschlossener Anstalt steht. Nicht nur ein Film für Clubgänger.“

„Mittelpunkt und zusammenhaltendes Element ist die Musik Kalkbrenners. Schon in den Anfangsszenen, als man ihn spielen sieht und hört und nach ein paar Minuten endlich der Bass einsetzt, hat man Techno verstanden.“

Von Christoph Cadenbach „Spiegel-Online“
„In dem Musikerporträt "Berlin Calling" gibt es eine unscheinbare Szene, welche die ganze Lust, aber auch das Leid der Techno-Kultur, um die es hier geht, auf den Punkt bringt: Die Psychiaterin Petra Paul (Corinna Harfouch) setzt sich die Kopfhörer ihres Patienten auf. Sie hört einen schnell geschlagenen, bedrohlich tiefen Bass, darüber irrlichternde Schnarrgeräusche. Erst guckt sie erschrocken, dann ziehen sich wie von selbst ihre Mundwinkel nach oben. Es ist dieser Tanz zwischen Verstörung und Freude, zwischen dem sprichwörtlichen Abstürzen und Abheben, der das Feiern auf elektronischer Musik - und damit auch den Film "Berlin Calling" besonders machen.“

„Die Bühne, die Stöhr dafür gewählt hat, ist ein echter Glücksgriff. Techno gehört zu den wenigen Popkulturen, die bisher cineastisch kaum erzählt worden sind, ganz im Gegenteil zur Rockmusik ("Control" 2007, "The Doors" 1990) oder HipHop ("8 Mile" 2002, "Block Party" 2005). Auch das lebendige Gefühl von Authentizität, das sich vor allem bei den an Originalschauplätzen während regulärer Partys gedrehten Clubaufnahmen einstellt, unterscheidet "Berlin Calling" von manchen genreverwandten Werken.“

„Obwohl die Welt der Nervenklinik, in die Ickarus gerät, mit seinen obskuren Bewohnern wie dem LSD-verstrahlten Indien Reisenden Goa Gebhard (Caspar Bódy) als pathologisches Paralleluniversum fast so beklemmend wie in "Einer flog über das Kuckucksnest" inszeniert wird, verlässt man "Berlin Calling" am Ende doch mit dem schön beunruhigenden Gefühl, dass die Grenze zwischen Wahnsinn und Spaß keine klare Linie ist.
Wie nach einer guten Techno-Party eben.“

Süddeutsche Zeitung. Von Anke Sterneborg
„So spielt Kalkbrenner in "Berlin Calling" eine mögliche andere Version seines realen eigenen Lebens durch, und verströmt dabei eine Glaubwürdigkeit, die er sich nicht erst mühsam erspielen muss.

Als einer jener Musiker, die offensichtlich einen besonderen Draht zum Schauspielen haben - nicht umsonst treten so viele Rapper in amerikanischen Thrillern auf - bringt er nicht nur ein besonderes Talent für nonverbale Kommunikation mit, sondern auch ein natürliches Gefühl für Rhythmus und Timing.“

„Wie bereits in seinem Debütfilm "Berlin is in Germany" verbindet Stöhr auch hier ein dokumentarisch geschultes Gespür für Berliner Lebensgefühl mit dem Drama einer vom Scheitern bedrohten Existenz, mit einer Tragödie, der er immer wieder lichte, fast komische Momente verleiht.“

„Und wenn Paul Kalkbrenner mit dunkler Sonnenbrille und tief über den kahlen Kopf gezogener Kapuze durch Berliner Clubs, Wohnungen, U-Bahnhöfe und Straßen stromert, dann nimmt man ihm die fragile Balance zwischen düsterer Getriebenheit und lässiger Pose mühelos ab.“

Von Margret Köhler. Bayrisches Fernsehen. Kino. Kino
„Auch wenn sich die Kamera immer wieder auf den DJ und seine Beats richtet und auf den großen Dancefloor, geht es um mehr als nur Techno, Drogen und Clubbing, handelt "Berlin Calling" von universellen Themen wie Kunst und Freiheit, Wahnsinn und Ekstase, Familie und Freundschaft. Der von Kalkbrenner - bis auf einen Gasttrack von Sascha Funke - komponierte Soundtrack ist emotionale Elektronik pur. Willkommen im Club.“

Berliner Zeitung. Ralf Schenk
Immer dann, wenn "Berlin Calling" in die Szene eintaucht, das Dröhnen und Stampfen in den Ganglien der Clubs beschreibt, die Aktionen eines kaputten Dealers (herausragend: Rolf Peter Kahl), zeigt der Film seine ganze Kraft.

Aviva. Silvy Pommerenke
Stöhr zeichnet das Bild einer Subkultur nach, die dennoch als exemplarisch gelten kann, denn die unterschiedlichsten Menschen treffen aufeinander und treten in einen - manchmal nicht einfachen - Dialog. Sie kommen dennoch irgendwie miteinander klar, auch wenn sie Drogen, Musik, Hautfarbe oder Geschlecht voneinander trennen. Das ist das besondere an dem Film, der dadurch nicht nur für Techno-Fans Gültigkeit erhält: Ob homo- oder heterosexuell, ob Schwarz oder Weiß, ob künstlerisch oder wissenschaftlich tätig, ob "normal" oder "verrückt", so zählt doch lediglich eines: die Bindung und die Vibrations zwischen den Menschen, die – so unterschiedlich sie auch sind – das Leben einfach ausmachen.
Der Film lebt außerdem von Momentaufnahmen des heutigen Berlins, der Clubszene, dem schwierigen Business im Musikgeschehen, dem vermeintlichen Starruhm und vielem anderem mehr. Temporeich inszeniert, mit äußerst witzigen Dialogen und Situationskomik, die dennoch den Ernst des Themas nicht außer Acht lassen.

Caroline Rollinger. Bym.de
"Berlin Calling" ist das gelungene Portrait eines Künstlers, seiner Szene und der Stadt Berlin. Die Geschichte spielt am Puls der Zeit und ist authentisch. Obwohl der Film nicht dem traditionellen Muster eines Musikerbiographie folgt, sind die Kernelemente doch gleich: Der Film zeigt die Liebe des Musikers zu seiner Musik und die ständige Grantwanderung zwischen Kunst und Wahnsinn.
Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner, der auch im wirklichen Leben Eletro-DJ ist, gibt sein phänomenales Schauspieldebüt. Ebenfalls überzeugen Corinna Harfouch und Rita Lengyel als Mathilde.

Fazit
"Berlin Calling" ist ein Film, den es sich zu schauen lohnt! Er ist glaubwürdig, humorvoll und gleichzeitig spannend. Für Fans von elektronischer Musik ist der Soundtrack, der übrigens von Paul Kalkbrenner komponiert wurde, ein Genuss.

Filmbewertungstelle Wiesbaden. Prädikat wertvoll
Sehr dicht, stellenweise dokumentarisch, wird das Leben von Ickarus erzählt. Der Zuschauer wird mit auf eine Reise durch das Berliner Szeneleben und durch Ickarus’ ganz privates genommen. Der Film besticht in erster Linie durch die hervorragende Besetzung, angefangen beim Hauptdarsteller, aber auch bei sämtlichen relevanten Frauenfiguren.

EPD Film. Manfred Riepe
„Filme über Berlin können, öde sein, weil sie gerne mal in einem hohlen Szenepathos schwelgen. Und geht es dann noch um „angesagte“ Technoclups, kann man das nur als Fan oder als Berufsjugendlicher genießen. Beide Klippen hat Hannes Stöhr (Berlin is in Germany, One Day in Europe) souverän umschifft. Sein fiktives Porträt eines erfolgreichen Elektrokomponisten wirkt authentisch. Und zwar nicht deshalb, weil wir sehen, wie in einschlägigen Partyzonen der Berliner Bär im Kettenhemd steppt, sondern weil der Film ein Interesse an seiner Hauptfigur weckt. Acting statt Clubbing.“

Bernd Haasis. Stuttgarter Zeitung.
Was Ickarus bleibt, ist seine elektronische Tanzmusik, die ihre hypnotische Wirkung auch ohne Drogen entfaltet. Das erfahren auch Nicht-Techno-Fans am eigenen Leib, beim großen Rave oder auf dem Dach der Klinik mit Blick über Berlin.

Von Judith Biedermann. Mephisto 97,6
„Regisseur Hans Stöhr hat mit „Berlin Calling“ eine Liebeserklärung an Berlin und die Elektromusik geschaffen, der es an Tiefe keinesfalls fehlt. Originalclubs als Drehorte, der baufällige Charme der Großstadt und das Nachtleben Berlins prägen den Film.“

Von Martin Schwickert. Ultimo auf Draht
Humor und Melancholie greifen hier bruchlos ineinander, und auch wer nicht zu den Techno-Fans zählt wird den schwebenden Soundtrack, den Paul Kalkbrenner höchstselbst für den Film zusammengestellt hat, schätzen lernen. Auch als Schauspieler ist Kalkbrenner eine Entdeckung. Nicht nur weil er so schön fachgerecht an den Mischpultreglern drehen kann, sondern weil er die Rolle des Borderline-DJs mit schnoddrig-schnörkelloser Unbekümmertheit ausfüllt.

Berliner Kurier, 02.10.2008
Fazit: Ein mitreißender Berlin-Film, der das Zeug zu einem Hit hat! Die von Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner komponierte Musik ist das i-Tüpfelchen auf dem filmischen Sahnehäubchen, das ganz nebenbei eine tolle Liebeserklärung an Berlin ist. Achtung: Ohrschutz nicht vonnöten. Auch ältere Semester werden bei der Musik lustvoll wippen.

Critic.de, Michael Kienzl
„Dass Berlin Calling dabei nie zum moralischen Anti-Drogen-Film wird, liegt vor allem an der humorvollen Weise mit der Stöhr selbst die Abgründe von Sucht und Entzug betrachtet. Wenn Ickarus völlig auf Drogen in einer Hotellobby eine Schweinerei mit Joghurt und Haferflocken veranstaltet, hat das trotz des ernsten Hintergrunds auch etwas sehr Spielerisches und Anarchisches.“

„Stöhr zeichnet das Bild einer Subkultur nach, die dennoch als exemplarisch gelten kann, denn die unterschiedlichsten Menschen treffen aufeinander und treten in einen - manchmal nicht einfachen - Dialog. Sie kommen dennoch irgendwie miteinander klar, auch wenn sie Drogen, Musik, Hautfarbe oder Geschlecht voneinander trennen. Das ist das besondere an dem Film, der dadurch nicht nur für Techno-Fans Gültigkeit erhält: Ob homo- oder heterosexuell, ob Schwarz oder Weiß, ob künstlerisch oder wissenschaftlich tätig, ob "normal" oder "verrückt", so zählt doch lediglich eines: die Bindung und die Vibrations zwischen den Menschen, die – so unterschiedlich sie auch sind – das Leben einfach ausmachen.“

„Der Film lebt außerdem von Momentaufnahmen des heutigen Berlins, der Clubszene, dem schwierigen Business im Musikgeschehen, dem vermeintlichen Starruhm und vielem anderem mehr. Temporeich inszeniert, mit äußerst witzigen Dialogen und Situationskomik, die dennoch den Ernst des Themas nicht außer Acht lassen.“

Julius Pöhnert. Cinefacts
„Dem Film gelingt es, sehr schnell zu fesseln und eine eigene, spannende Welt aufzubauen. Dabei erzählt er eigentlich eine deprimierende Geschichte: Die eines drogenabhängigen Künstlers auf Abwegen. Trotz der tristen Thematik strahlt „Berlin Calling“ jedoch einen erbaulichen Optimismus aus; eine Grundstimmung, die von seinen Klängen ausgeht. Stöhr versucht, das Porträt einer Generation, beziehungsweise eines Teils davon, zu zeichnen. Mit Ickarus zeigt er dabei eine Figur, die zwar am Abgrund wandelt, aber immer wieder mit Einfallsreichtum für Überraschungen sorgt.“

FAZIT Erfrischendes und vielschichtiges Generationsporträt.

Michael Maurer. Intro.de
„Kalkbrenner selbst ist seit Jahren als Mitglied des bekannten Berliner Electro-Labels BPitch Control unterwegs. Aber "Berlin Calling" ist keine Dokumentation über den Status quo der Club-Kultur. Die Figur des DJ Ickarus, das Setting der Clubkultur und die dramaturgische Konfliktkonstellation des Drogen-Absturzes sind in erster Linie gestalterische Mittel, um ein Sittengemälde der urbanen Thirtysomethings im Jahr 2008 zu zeichnen.

Und Kalkbrenner gelingt es, jeglichen Vergleich zwischen seiner realen Person und der fiktiven Figur erst gar nicht aufkommen zu lassen.“

„ Hannes Stöhr is mit "Berlin Calling" einer der ganz wenigen Musikfilme geglückt, die eine bestimmte Szene authentisch nachempfinden können. Und zwar frei von jeglichen Peinlichkeiten, die man sonst immer wieder als Zuschauer miterleben muss. Mit Kalkbrenners hymnisch-melancholischem Score kann Stöhr aber auch fast keinen Kredibilitäts-Schiffbruch erleiden.“

Ji-Hun Kim . De Bug
Berlin Calling führt Techno als Einzelschicksal vor, Ickarus könnte genauso gut Blues-Barde sein, das Spezifische am Gesellschaftsmodell Techno bleibt weitestgehend ausgeklammert. Aber der sensationelle Kalkbrenner-Track mit dem Männergesang im Abspann lässt die ganze Rave-Romantik doch noch aufschimmern.

Jens Hinrichsen. Filmdienst
„Dass Ickarus allzu oft Spielball (von Synapsengewittern, Therapieversuchen und Werbestrategien) ist, dass seine (Wut-)Ausbrüche im Gegenzug vor allem als Versuche zu werten sind, Spielraum, Selbstbestimmung und Freiheit zurückzugewinnen, bringt Paul Kalkbrenner derart zwanglos über die Rampe, dass man kaum glauben will, dass der Hauptdarsteller keinerlei schauspielerische Erfahrung für das Filmprojekt mitbrachte. Kalkbrenner zählt zu Deutschlands erfolgreichsten DJs und sollte mit seinem Insiderwissen ursprünglich nur als Berater für Stöhr fungieren. Im Lauf des Projekts bekam er die Hauptrolle und schrieb auch die unerhört fesselnde elektronische Musik für den Film, die zu Teilen aus computer-manipulierten Stadtgeräuschen besteht. Die Genese solcher Tracks ist auch im Film zu erleben, wenn Ickarus mit seinem Mikrofon ein Türensignal in der Berliner U-Bahn auffängt und es am Rechner dann als Melodie weiterverarbeitet. Wer hinhört, hört viel Berlin in diesem Film.“

Tagesspiegel. Berlin. Jens Mühling
„Die Irrwege des Films mögen Kalkbrenner erspart geblieben sein – doch natürlich konnte er viel eigene Erfahrung in seine Rolle einfließen lassen. Hannes Stöhr, den Regisseur, habe er vor viereinhalb Jahren kennengelernt, erinnert sich der Musiker. Er hatte dessen Film „Berlin is in Germany“ gesehen, der Regisseur wiederum kannte und mochte Kalkbrenners Album „Self“, das damals gerade erschienen war.“

„Bei aller Szene-Nähe ist „Berlin Calling“ allerdings mehr als ein reiner Techno-Film. „Das merkt man auch bei den Vorführungen“, sagt Kalkbrenner. „Überall, wo wir den Film bisher gezeigt haben, bestand das Publikum nicht aus 20-jährigen Ravern, sondern eher aus Leuten in meinem Alter.“ Kalkbrenner ist 31, und auch die meisten Figuren im Film haben die 30 längst überschritten. „Es ist eben kein Retro-Film über die neunziger Jahre, sondern über Leute, die in den Neunzigern mit Techno in Berührung gekommen und inzwischen älter geworden sind“, sagt Kalkbrenner. Das entspreche durchaus der Realität in der Berliner Szene: „Techno ist reifer geworden“, findet Kalkbrenner.“

Christian Horn, Fluter.de
Ein Thema, das "Berlin Calling" quasi nebenbei behandelt, ist der Generationenkonflikt. Sowohl Ickarus' Vater, ein evangelischer Pfarrer, als auch seine Therapeutin in der psychiatrischen Anstalt, Dr. Petra Paul (gespielt von Corinna Harfouch), können rein gar nichts mit Martins Lebensstil und seiner Musik anfangen. Vater und Therapeutin gehören der 68er-Generation an, Martin lebt hingegen in der Zeit nach der Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen. Dazu Hannes Stöhr in einem Interview: "Ich habe versucht, den Generationenkonflikt so zu inszenieren, wie ich ihn empfinde. Die Generation Ickarus hat von den 68ern profitiert, einiges übernommen – die sexuelle Offenheit, die Kultur der Ekstase, den Hedonismus. Andererseits ist die Nachfolgegeneration der 68er ideologieferner, individualistischer und mit einer anderen globalen Situation konfrontiert."

Das Lebensgefühl der "Generation Ickarus" steht im Mittelpunkt von "Berlin Calling". Es geht um die Leere, die in Ruhephasen entstehen kann, wenn der Rest des Lebens einem einzigen Dauertrip gleichkommt. Was im Film an der Figur des DJs auf die Spitze getrieben wird, trifft im wirklichen Leben – in abgemilderter Form – auf beinahe jede/n Vertreter/in der Ickarus-Generation zu: Eine theoretische Fülle an Möglichkeiten trifft auf Orientierungslosigkeit, und die Selbstverständlichkeit zum individualistischen Lebensstil kann nur allzu leicht in Egozentrik umschlagen. Eben jene egoistische Grundhaltung, die auch dem Protagonisten aus "Berlin Calling" eigen ist. Aber auch hier vermeidet Stöhr jedwede moralische Anprangerung der gesellschaftlichen Umstände; sein Film will Spiegel der Zeit sein, ein Porträt des Jetzt – und keine Gesellschaftskritik. Es ist wohl diese Grundhaltung, die "Berlin Calling" so geschmeidig und frisch wirken lässt.

3 Sat -Online. Matthias Zuber. Christoph Cadenbach.
„Techno und Berlin, das ist wie Reggae und Kingston Town. Paul Kalkbrenner kennt die Szene seit den Anfangstagen. Der Techno-Produzent und Schauspieler erklärt die spezielle Geschichte der Stadt, "eine Vereinigung von zwei völlig unterschiedlichen Teilen, ein paar Jahre rechtsfreie Räume, in denen man illegal Partys organisieren konnte". Jede andere deutsche Großstadt sei teurer. "Und das sieht man auch im Film, dass ein Künstler, der eigentlich noch gar nicht soweit ist, hier völlig unbeschwert leben kann, Berlin eben die Stadt Nummer eins ist. Und wenn er nicht Berliner wäre, wäre er wahrscheinlich trotzdem hier."

Berliner Morgenpost
„Paul Kalkbrenner,der Schauspiel-Debütant zerschlägt so hemmungslos eine Plattensammlung und leidet so glaubwürdig unter der Trennung von seiner großen Liebe, dass man sich fragt, wie sehr Techno muss man sein, um eine Rolle so gut spielen zu können.“

Monsters and Critics. Von Claudia Nitsche
„Hannes Stöhr, der Realo unter den deutschen Filmemachern, beleuchtet die Musikszene zusammen mit Techno-DJ Paul Kalkbrenner ganz vorzüglich.“

„Ein Satz von Mathildes Freundin (Araba Walton) - 'Werd' endlich mal erwachsen' - trifft die Situation ganz gut. Das ist wieder so ein Vorzug von Hannes Stöhr: Er lässt keinen Nebendarsteller zur Nebensache verkommen.

„In seinem musikreichen Zeitporträt (alle Kompositionen stammen von Kalkbrenner) hetzt er schließlich den Technostar und eine 68er-Professorin (Corinna Harfouch) aufeinander. Sie streiten über liberales Denken und Körperarbeit. Bei all dem hat 'Berlin Calling' zu keinem Zeitpunkt eine belehrende Mütze auf, zeigt nie ein Bild zu viel. Hannes Stöhr hat sich der Gegenwart zugewandt. Einmal mehr malt er dabei die Leinwand nicht schwarz an, sondern hält es mit Erich Kästner, der sagt: 'Wer das Schöne nicht sieht, wird böse, wer das Schlechte nicht sieht, wird dumm.' Ein großartiger Regisseur.“

„Die Momente der Abfahrt...fühlen sich richtig an, der Film ist explizit wie die echte
Nacht.“
Groove, Heft Sept./Oktober 2008

„Freunde elektronischer Musik kommen durch den Soundtrack, komponiert von
Kalkbrenner, auf ihre Kosten. Kalkbrenner selbst... agiert derart selbstverständlich
und intensiv, dass man es kaum glauben will.“
Hamburger Abendblatt, Live, 02.10.08

"Ein wunderbar zeitloser Underground-Film"
Szene Hamburg, Heft 10/2008

„...ganz intensiv spürbar: Leidenschaft für elektronische Musik.“
Ulysses, Heft 10/2008

„...am Puls der Zeit.“
Voyeur, Heft 10/2008

„Hannes Stöhrs Geschichte vom Rise’n’Fall eines DJs ist ein bemerkenswertes Stück Kino geworden. Bemerkenswert schon deshalb, weil es ein derat authentisches Porträt eines technoiden Künstlers im Kino nicht gab“
PLAYER, Heft 10/2008

„...atmosphärisch dicht...“
Hamburger Morgenpost, 2.10.08

„überzeugt durch Authenzität“
Rheinische Post, 02.10.08

„Zwischen Rausch und scheinbar unerträglicher Nüchternheit liegt das Lebensgefühl einer Generation.“
Rheinischer Merkur, 02.10.08

„besticht durch präzise Beobachtung und witzige Dialoge“
Mitteldeutsche Zeitung, 02.10.08

„Da ist eine authentische Clubszene zu besichtigen, die nicht wie ein Exot behandelt wird, sondern mit Kamera und kantigen Figuren neugierig erkundet wird. Eine dichte, soundige Milieu-Malerei.“
Leipziger Volkszeitung, 02.10.08

„Ein Kinofilm, der die Stimmung einer Generation präzise und sensibel einfängt. Das Ganze wirkt unglaublich authentisch, vor allem auch wegen des fantastischen Paul Kalkbrenner.“
B.Z., 02.10.08

„Unbekümmert und wahrhaftig gibt Paul Kalkbrenner den Ickarus in diesem
ungewöhnlichen, aber mit Feingefühl gezeichneten Musikerporträt.“
Märkische Allgemeine, 02.10.08

„fängt vibrierende Impressionen aus der Clubszene ein“
Potsdamer Neueste Nachrichten, 02.10.08

„aufregendes Hauptstadtporträt“
Westfälische Rundschau, 02.10.08

„überzeugend“
MDR artour, 25.09.08

Pressestimmen von der Weltpremiere in Locarno 2008

"Hannes Stöhr gelingt fulminant das, was noch keinem Regisseur so gelungen ist: Das Erlebnis der Berliner Technonächte einzufangen. Der Zuschauer erlebt im Kinosessel eine Clubnacht aus Musik, Hedonismus und Rausch........Paul Kalkbrenner legt ein sensationelles Schauspieldebüt hin."
Deutsche Welle - Kultur 21 (16.08.2008)

"BERLIN CALLING bringt Locarno zum Kochen."
BZ Berlin (10.08.2008) by Michael Zöllner

"...Paul Kalkbrenner....der Mann ist ein Naturtalent, er verkörpert den Antihelden lässig und gefühlvoll zugleich. Dazu zieht der Film aus der von Paul Kalkbrenner geschaffenen Musik erheblichen Reiz. Und als Kalkbrenner dann nach dem kraftvollen, von vielen Bravo Rufen begleiteten Schlussbeifall seine Technik auspackte und zum Tanz lud, geriet das Publikum geradezu aus dem Häuschen. Das hat Locarno wohl noch nie erlebt: Mehr als siebentausend Leute rockten und tanzten weit nach Mitternacht spontan auf der Piazza Grande. Das war vermutlich eine der magischsten Viertelstunden überhaupt in der Geschichte des malerischen Ortes am Lago Maggiore."
welt online (11.08.2008) by Peter Claus

"Paul Kalkbrenner verkörpert den Anti-Helden lässig und gefühlvoll zugleich."
Welt kompakt (11.8.08) by Peter Claus

"BERLIN CALLING ist der erste aufrichtige und ehrliche Film über eine Musikbewegung, die von den Massenmedien oft arrogant diffamiert wird"
Telerama Fr (17.08.2008) by Jérémie Couston

"Star Dj Paul Kalkbrenner macht ein lobenswertes Debut als Ickarus....."
Variety, August 13, by Jay Weissberg

"Brilliant und herzergreifend...Diese Freske moderner Kunst taucht mit Bravour in einen menschlichen Konflikt ein, wirklich und herzergreifend."
Cinema.ch (10.08.2008) de Alexis Heraïef

"...Kalkbrenner trägt den ganzen Film auf seinen Schultern- mit bemerkenswertem Auftreten, wenn nicht Glanz."
Screen Daily.com (11.08.2008) by Dan Fainaru

"Ein Meisterstück im Rhythmus von Beat und Electro“ und „Ein genialer Filmrausch mit dem berühmten deutschen DJ Paul Kalkbrenner in der Hauptrolle"
Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten (11.08.08) by Günther Jekubzik

"Wer die Faszination von Techno nie verstanden hat, wird Techno als Musik und vielleicht sogar als Partykultur nach diesem intelligenten Film vielleicht mit freundlicheren Augen sehen."
Volksblatt - Die Tageszeitung für Liechtenstein

"Sehr viel leichter tat sich der deutsche Mega Star, DJ Paul Kalkbrenner, der in Hannes Stöhrs BERLIN CALLING die Rolle seines Lebens spielt, einen Techno Wuchtbrummer der Spitzenklasse, der in die Drogenkrise gerat und zwischen den Versatzstücken des Entzugsfilms randaliert. Nach der Vorführung zog Kalkbrenner persönlich auf der Piazza einige Nummern durch, grosse Stimmung!"
Süddeutsche Zeitung (14.08.2008) by Fritz Göttler

"BERLIN CALLING oder: Sex, Drugs and Electro-Beats"
Outnow.ch

"Deutschland feierte große Publikumserfolge auf der Piazza Grande mit den ausserhalb des Wettbewerbes gezeigten Filmen BERLIN CALLING von Hannes Stöhr, und „Nordwand“ von Phillip Stölzl."
Tagesspiegel (17.08.2008)

"BERLIN CALLING übermittelt ein Portrait, eine Fiktion, die uns penetriert wie mit dem Zeigefinger. Der Berliner DJ und Elektronik Produzent Martin Karow, genannt Ickarus, ist der Protagonist, ist ein fiktiver Charakter besetzt mit dem realen Kalkbrenner, doch die Ups & Downs, die Ickarus erlebt, sind wie ein Photo, das sich Tageslicht raubt.
Authentisch!........Respekt Hannes Stöhr! Nach "Berlin is in Germany" oder "One Day in Europe" gelungene Filmkunst."
Partysan.net (09.08.2008)

"Ickarus stürzt ins Kuckucksnest. Erneut erweist sich das Open Air-Kino der Piazza Grande als Trumpf von Locarno. Dabei beeindrucken nicht nur die unvergleichliche Atmosphäre und die Bergkulisse. Der in BERLIN CALLING genial nachempfundene Höhenflug mit Absturz des Berliner Techno-DJ Ickarus bewies, dass die Piazza zur Riesenleinwand mit einem grandiosen Sound aufwartet. Ein Meisterstück im Rhythmus von Beat und Electro dabei der Film von Hannes Stöhr .... Die Räusche, die durchgetanzten Tage und Nächte, die Veränderung der Persönlichkeit durch die chemischen Keulen – all das lässt BERLIN CALLING glaubhaft und authentisch miterleben. Ein genialer Filmrausch, mit dem berühmten deutschen DJ Paul Kalkbrenner in der Hauptrolle."
filmtabs